Nach dem BGH-Urteil zu Facebook : Was tun, was lassen?

Das BGH-Urteil zu Facebook verlangt zu allererst eines: über Vertrauliches schweigen!

Hintergrund

Das BGH-Urteil zu Facebook vom 12.7.18 besagt: Facebook-Konten sind vererbbar.

Die Erben sind nämlich gar nicht „andere“ oder „Dritte“, denen das Telekommunikationsgesetz den Zugang verweigern würde. Erben sind fast wie der „Erblasser“ selbst, sie treten an seine Stelle, wie beim Giro-Konto auch.

Und die Kommunikationspartner des oder der Verstorbenen konnten und können nicht sicher davon ausgehen, dass die gemeinsamen Chats & Co wirklich nur die Zielpersonen erreichen. Den Briefkasten im Hausflur kann ja auch ein anderer öffnen. Bei Facebook-Posts, aber auch bei E-Mails, Messages und Chats ist das nicht anders.

Man mag über solche Vergleiche dieses und jenes denken, das Gericht hat es nun mal so gesehen. Die meisten Juristen scheinen auch ganz happy damit zu sein. Diese Denke wird wohl erstmal Bestand haben und sich vermutlich auch noch auf andere Bereiche ausbreiten.

Im letzten Beitrag hierzu habe ich das Urteil mit weiteren Details vorgestellt und beleuchtet.

Das Thema in diesem Beitrag

Was heißt das jetzt für den ganz normalen Web-, Facebook-, Youtube-, E-Mail-, WhatsApp-, DropBox- und iTunes-Nutzer? Was sollte sie oder er tun und was besser lassen?

Der Beitrag richtet sich also praktisch an jeden Internetnutzer. Wenn Sie genau das und keine weiteren Vorbemerkungen lesen wollen, dann klicken Sie hier.

Weitere Themen in folgenden Beiträgen

Nachfolgende Beiträge werden sich an etwas speziellere und damit auch kleinere Zielgruppen wenden:

  • Der nächste Beitrag wird sich an Personen richten, die ihren digitalen Nachlass regeln wollen, im Sinne einer Vorsorge. So, wie man auch irgendwann vielleicht sein Testament schreibt. Nur eben für digitale Sachen und nicht für Briefmarkensammlungen und Siegelringe.
  • Der absehbar letzte Beitrag dieser kleinen Serie richtet sich an Personen, die gerade einen Todesfall im engeren Umfeld (Familie, gute Freunde) erlebt haben. Sie stehen ganz unmittelbar vor der Frage: was mache ich jetzt mit dem ganzen digitalen Kram meines eben verstorbenen Partners, Verwandten, Freundes?

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Facebook-Konto vererben – das geht doch!

Hintergrund

Justitia regelt Vererbbarkeit vom Facebook-KontoErben erhalten Zugang zum Facebook-Konto des Verstorbenen, so urteilte das BGH im Juli 2018. Dieses Urteil ist juristisch wegweisend und schließt manche Regelungslücke zwischen Erbrecht, Datenschutz und Telekommunikationsgesetz. Seine Konsequenzen reichen weit über Facebook und soziale Medien hinaus.

Große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhielt das BGH-Urteil jedoch zunächst nicht wegen seiner juristischen Bedeutung. Es waren die spektakulären Umstände des konkreten Falls, die das Verfahren auf die ersten Seiten der Zeitungen und Newsletter schoben:

Ein minderjähriges Mädchen stürzt vor die U-Bahn, die Eltern wollen die Hintergründe verstehen und sich zudem vor Forderungen schützen. Sie wollen dafür die Kommunikation ihrer toten Tochter einsehen. Das böse Facebook rückt diese Infos aber nicht raus, Konto im Gedenkzustand. Ein Kampf wie David gegen Goliath.

Die Boulevard-Aspekte des Falls treten nun wieder in den Hintergrund und es wird Zeit, sich die eigentliche Bedeutung des Urteils für den normalen Internet-Nutzer anzuschauen. Interessant sind dabei zwei Punkte:

  • Das Urtei selbst: was steht eigentlich drin?
  • Konsequenzen für den einfachen Anwender (E-Mailer, Surfer, WhatsApper und so weiter): was tun, was lassen?

Diesen beiden Themen werde ich in den kommenden Beiträgen nachgehen. Wie das so ist beim Bloggen, weiß man nicht immer ganz sicher, wo man am Ende ankommt. Aktuell rechne ich mit insgesamt 4 Beiträgen, diesen bereits mitgezählt.

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Das Facebook-Dilemma und wie man es angehen kann

Die Facebook-Karawane führt nicht aus dem Facebook-DilemmaWir haben ein Problem

Das Facebook-Dilemma besteht vereinfacht gesagt darin, dass ein System in unsere Gesellschaft, unsere Kommunikation, unsere Köpfe und unser Miteinander eingezogen ist, das diese beschädigen kann, sie beschädigen wird und vielleicht schon beschädigt hat.

Warum Dilemma? Weil es sich bereits „ingenistet“ hat. So mal eben entfernen können wir es nicht mehr. Um ein Bild zu benutzen: Wir haben die Pilze schon gegessen, die nicht nur lustig sondern auch krank machen.

Die Frage ist allerdings, ob radikales „Entfernen“ der richtige Weg ist, selbst wenn er gangbar wäre.

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Die Facebook-Karawane zieht weiter…

Facebook-KarawaneFacebook-Gate

Mit „Facebook-Karawane“ bezeichne ich das Heer der vielen, vielen kleinen und großen Unternehmen, die irgendwie an Facebook hängen, durch Facebook Geld verdienen oder mit Facebook groß geworden sind. Der Begriff ist nicht abfällig gemeint, ich bin sozusagen selbst eins dieser Karawanentiere.

Wir alle haben derzeit Angst, dass das „Facebook-Gate“, der Skandal um Cambridge Analytica und die 50 Millionen gemopsten Daten, das eigene Geschäftsmodell beschädigen, gefährden oder gar vernichten könnte. Es sieht derzeit ja wirklich bedrohlich aus.

Ich frage mich allerdings: Ist diese Sorge das einzige, was uns in diesem Zusammenhang bewegen sollte?

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Facebook Bad News

Facebook Bad News
Bad News sind der Hauptinhalt einer Zeitung.

Gestern ist hier der Beitrag „Facebook News – Sonnenseite“ erschienen. Ich berichte darin von den wichtigsten Veränderungen bei Facebook aus dem Januar und Februar 2018 – soweit sie den normalen Nutzer betreffen.

Auf der Business-Ebene, das heißt für Fanseiten-Betreiber und Marken-Bewerber ist Facebook natürlich ebenfalls sehr aktiv – aber das ist nicht mein Thema.

Bad News, das Gegenstück zur Sonnenseite, ist allerdings mein Thema. Und hier gabe es in den letzten zwei Monaten eine ganze Reihe von Ereignissen, Urteilen und Entwicklungen, die alle nicht erfreulich für Facebook waren.

Starker Gegenwind

Die Liste der öffentlich diskutierten, aktuellen Bad News rund um Facebook beginnt mit relativ harmlosen Problemen.

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Facebook News – Sonnenseite

Facebook NeuerungenKnapp zwei Monate ist es her, dass ich hier über Neuigkeiten bei Facebook berichtet habe. 2018 hat mit großem Schwung weitergemacht, im Januar und Februar sind darum schon wieder jede Menge Facebook News zusammen gekommen.

Der dominierende Eindruck aus diesen Nachrichten, Ankündigungen und Meinungen ist: Der Gegenwind für Facebook wird rauher und stärker. Zuckerberg scheint immer mehr den Job eines Krisenmanagers zu haben.

Dabei hat sich Facebook bereits bewegt. Die Kommunikation ist nicht mehr rein im visionären Verkündungsmodus. Der aktuelle Stil ist statt dessen zunehmend nachdenklich, zuhörend und responsiv. Wie erfolgreich diese kooperativere Politik ist, muss man noch abwarten.

Trotz der aktuellen Flut der Probleme und der Kritik von vielen Seiten ist Facebook selbst natürlich weiter proaktiv unterwegs. Man entwickelt, optimiert und erweitert, was das Zeug hält. Mit diesem Teil der jüngsten Facebook News fange ich auch an. Dieser erste Teil hat darum die Ergänzung „Sonnenseite“.

Der zweite Teil morgen wird „Facebook Bad News“ heißen.

Ankündigungen und Weiterentwicklungen

Die große Spielwiese der Facebook-Entwickler ist weiterhin der News Feed geblieben. Er ist nun mal das zentrale Produkt von Facebook. Hier wird so viel geschraubt und umgebaut, dass man kaum mithalten kann.

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Digitale Ignoranz oder digitales Ausbremsen?

Zwei Artikel sind mir diese Woche besonders unangenehm aufgefallen.

Die Ignoranten

Meinen Ärger über die digitale Ignoranz in unserem Land habe ich schon früher Ausdruck verliehen. Nun konnte man hier lesen, dass nicht mal die Hälfte aller DAX-Vorstände irgendein Social-Media-Konto hat.

Ach so, Vorstände großer Gesellschaften haben Anderes zu tun? Das scheint man im Ausland allerdings anders zu sehen, da sind die Damen und Herren anscheinend weiter.

Die Damen sind es übrigens in Deutschland auch, es ist gerade der männliche C-Level, der durch fehlendes digitales Engagement unangenehm auffällt.

Die Ausbremser

In dem anderen Beitrag ging es, so mein erster Eindruck, um etwas Ähnliches: golem berichtete, dass die Kommunen die vom Bund für den Breitband-Ausbau bereitgestellten Millionen praktisch gar nicht abrufen. 690 Mio € lagen 2017 bereit, 2% davon wurden abgerufen.  Aha, dachte ich spontan, ignorante Bürgermeister auch noch! Aber so scheint es nicht zu sein.

Vielmehr sind es zu viele bürokratische Hürden, die einer sinnvollen und umfassenden Verwendung im Wege stehen. Für Bürokratie ist ja bekanntlich niemand direkt verantwortlich. Sie ergibt sich eher „irgendwie“ so, schleicht sich ein, über Jahre.

Das mag an vielen Stellen so sein, bei einem so jungen Thema aber vermutlich doch nicht. Es gibt ja auch eine klar und eindeutig zuständige Stelle, das BMVI, das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Das „I“ ist zwar erste Ende 2013 dazu gekommen, aber das Thema hat das Haus schon länger betreut, es passt ja auch unter den Hut „Verkehr“.

In diesem Ministerium dürfte ein Großteil der Verantwortung für die diversen Malaisen des digitalen Ausbaus in Deutschland zu finden sein. Und wenn man sich das ein wenig auf der Zunge zergehen läßt, dann fallen ein paar weiter Dinge auf.

  • Das Ministerium ist seit 2009 unter CSU-Führung – und wird es für die kommenden 4 Jahre wohl wieder sein.
  • Bayern unter CSU-Führung gilt seit langem als Musterland der digitalen Entwicklung. Ist es nicht komisch, dass die Republik von dieser besonderen Kompetenz so gar nicht profitiert?
  • Im Bereich Verkehr ist es längst bekannt, dass Verkehrs-Prioritäten schon lange sehr speziell gesetzt werden – aus bayerischer Sicht eben. Die seit vielen Jahren überfällige Erneuerung des Nord-Ostsee-Kanals etwa ist ein gutes Beispiel. Könnte es sein, dass auch die digitale Verkarstung der Republik – mit Ausnahme von Bayern! – sozusagen „mit Fleiß“ erfolgt?

Ist es wirklich nur digitale Ignoranz, was uns bremst? Wie national ist die CSU wirklich aufgestellt? Betont nicht jeder führende CSU-Kopf, zu allererst Bayer zu sein, und erst danach Deutscher? Und liefert die explizite CSU-Polititk, das, was in die Mikros so getextet wird, nicht laufend Belege dafür, dass das Wohl der Republik bei den CSU-Politikern immer nur an zweiter Stelle steht?

Nicht verfassungskonform

Ich plädiere jedenfalls schon lange dafür, dass eine Partei, deren Vertreter ihre Pläne, ihre Karriere-Chancen, ihren Lebensentwurf, ihre Identität einzig durch die bayerische Brille sehen und sehen müssen, kein nationales Ministerium führen dürfen. Alle Gremien, die diese Politiker fördern, stützen und auffangen, werden doch immer nur eine Frage stellen: was tut er für Bayern? In Bayern werden die Herren Dobrindt und Scheuer gewählt – nirgendwo sonst.

Regionale Interessen sind zudem völlig ausreichend im Bundesrat abgebildet, für alle Bundesländer gleich. In der Exekutive haben sie nichts zu suchen! Nur die Bayern dürfen hier zweigleisig fahren, exekutiv und legislativ.

Dass die Vertreter des CSU entsprechend denken und handeln, ist normal, Menschen sind so, überall. Es wäre bei jeder anderen Partei genauso. Es ist auch kein bayerisches Thema, Hamburger oder Sachsen wären ebenfalls genauso. Aber sie sind nun mal nicht in der Situation.

Das Problem ist, dass wir die CSU ihren Bärendienst leisten lassen, dass sie es dürfen. Das Problem ist, dass wir Vertretern eines einzigen Bundeslandes die Zukunfts-Chancen der ganzen Republik in den Schoss legen. Aus meiner Sicht ist das verfassungswidrig. Vielleicht nicht den Worten nach, aber auf jeden Fall dem Geiste nach.

Was müßte man darum tun? Ganz generell einer Partei, die nicht national antritt, den Zugang zu Minsterämtern verbieten. Nur Vertreter bundesweit aufgestellter Parteien sollten in die Bundesregierung dürfen.

Diese Regel gesetzlich zu etablieren erfordert eine Verfassungsänderung – und bedeutete für die betroffenen Parteien, CDU und CSU, erhebliche Kosten. Wäre sie also mehrheitsfähig? Wohl kaum. Sehr bedauerlich.

Mein Passwort-Safe

Online-Konten bilden unsere digitale Identität, ein Passwort-Safe schützt diese Identität.In diesem Blog ist es zur Zeit recht leise. Der Grund ist: ich gehe fremd. Konkret schreibe ich gerade an einer Serie zum Thema Passworte und Passwort-Safe – aber eben nicht hier. Die Serie läuft bei BASIC thinking, die Beiträge erscheinen immer Montags.

In den ersten 4 Beiträgen ist es mehr um Grundsätzliches gegangen.

  • Beitrag 1 stellt die Bedeutung des Themas „gute Passworte“ heraus. Im ernst: nie war es so wichtig wie heute!
  • In Beitrag 2 werden drei Wege vorgestellt, seine Passworte leidlich sicher zu managen – ohne dabei einen elektronischen Passwort-Safe zu verwenden.
  • In Beitrag 3 geht es um unterschiedliche Methoden, ein sehr sicheres Passwort zu erstellen. Eine dieser Methoden, etwas strange, ist es, einen Knittelvers zu verwenden.
  • Und in Beitrag 4, der am 12.2.18 erschienen ist, beschreibe ich, wie ein Passwort-Safe so ganz grundsätzlich funktioniert. Aber wirklich nur High-Level, keine Details.

In diesem letzten Beitrag bin ich außerdem ganz generell bei der Erkenntnis angekommen, dass es ohne einen ordentlichen Passwort-Safe nun mal nicht geht. Wer da nicht mitzieht, muss dann auch gar nicht mehr weiterlesen.

Stellt sich also die Frage: was ist ein ordentlicher Passwort-Safe? Welchen soll man nehmen?

Diesem Thema widmet sich Beitrag No. 5, der wohl am 19.2. erscheinen wird. Dabei werde ich Vergleiche aus anderen Quellen zitieren. Das Gute ist: wir haben keine Not, so einen „ordentlichen“ Passwort-Safe zu finden, es gibt tatsächlich einige davon.

Außerdem werde ich allerdings in dem Beitrag auch ein paar Kriterien vorstellen, die mir bei der Auswahl besonders wichtig sind – und die bei diesen anderen Vergleichen etwas zu kurz kommen.

Ab Beitrag 6 geht es dann nur noch um das von mir bevorzugte Produkt: KeePass. Da es Open Source ist und gratis zur Verfügung steht, hat kaum jemand Interesse daran, es groß zu promoten. Anleitungen und Erklärungen sind rar – insbesondere in deutscher Sprache.

In sehr kleinem Umfang werde ich versuchen das zu ändern.

Authentifizierung – so weist man sich aus

Hintergrund

Ich arbeite zur Zeit viel im Umfeld „Passworte“, suche, lese und schreibe täglich irgendetwas dazu.

Eine Abstraktionsstufe höher heißt das Ganze dann „Authentifizierung“. Wer über Authentifizierung nachdenkt, hebt den Blick über den Tellerrand der einfachen Passwort-Suppe.

Ein weiterer spannender Begriff in diesem Kontext ist „Identität“, noch etwas abstrakter und schon irgendwie fast philosophisch.

Wie hängen die drei zusammen?

In der digitalen Welt hat jeder soviele Identitäten, wie er will. Jedes neue Online-Konto etabliert eine neue Identität. Der Otto-Kunde ist vom Amazon-Kunden verschieden, auch wenn dahinter die gleiche physische Person steht. Doch wie erkennt das Shopping-Portal, die Bank, das E-Mail-Konto, der Router, das Vereinsblog und so weiter: wie erkennen sie alle, wer da gerade mit ihm irgendwie in Kontakt tritt? Via Authentifzierung.

Und die läuft heutzutage nun mal in erster Linie über Passworte. Bei besonders kritischen Themen kommt gelegentlich 2FA zum Einsatz, die 2 Faktor Authentifizierung. Der zweite Faktor ist dann etwa eine TAN, die per SMS zugestellt wird.

IBM-Studie

Vor kurzem bin ich nun auf eine Studie von IBM zu diesem Thema gestoßen, „Future of Identity Study, Consumer perspectives on authentication: Moving beyond the password“, erschienen im Januar 2018. Da haben wir gleich alle drei Begriffe in einem Titel.

In diesem Artikel wird die Studie recht ausführlich vorgestellt, er enthält auch einen Link zum Original-Dokument. Es ist kostenfrei, man muss aber seine Kontaktdaten angeben.

Die englisch-sprachige Studie hat einige interessante Ergebnisse zu Tage gefördert. Doch ob und in wie weit die Daten überhaupt belastbar sind, ist zumindest unsicher.

Kritisches Studien-Design

Es handelt sich um eine „globale Studie“ mit insgesamt 3.977 Befragten.

  • 1.976 in den USA
  • 1.004 in der EU (UK, F, I, D, E)
  • 997 im APAC-Raum (Australien, Indonesien, Singapur)

Süd- und Mittelamerika sowie Afrika sind nicht dabei und im APAC-Raum wurden auch nur Kandidaten aus sehr willkürlich ausgewählten Ländern befragt.

2.000 Befragte in den USA mag noch so gerade angehen, jeweils 1.000 Befragte in so inhomogenen Bevölkerungen wie in der EU oder im APAC-Raum ist deutlich zu wenig. Und eine Studie „global“ zu nennen, bei der gute zwei Drittel fehlen – nun ja.

Bias

Die Studie erfolgte online und es gibt keinen Hinweis darauf, dass in der jeweiligen Landessprache befragt wurde. Im Gegenteil, die Aufbereitung läßt vermuten, dass die Fragebögen nur in englischer Sprache waren.

Neben der zu kleinen Stichprobe ist das Studien-Design also ziemlich sicher auch ergebnisverfälschend: Befragt wurden nur Menschen die recht gut englisch sprechen. Wenn auch andere teilgenommen haben, ist anzunehmen, dass sie die Fragen gar nicht verstanden haben.

Gute Aufbereitung

Die Ergebnisse werden in 14 interpretierten und kommentierten Diagrammen präsentiert. Jedes Thema hat seine eigene Seite, ein Diagramm und etwas erläuternden Text. Das ist lesefreundlich und gut strukturiert umgesetzt. Die Komplexität des Themas belastet nicht die Klarheit und Verständlichkeit der Präsentation.

Findings

Die 14 Grafiken enthalten zahlreiche interessante und zum Teil überraschende Informationen. Wer sich mit dem Thema Authentifizierung beschäftigt, sollte diese Studie kennen.

Besonders aufgefallen sind mir diese Ergebnisse:

E-Mail-Sicherheit wird für unkritisch gehalten

Gleich die erste Grafik gibt Antwort auf die Frage: welche digitalen Bereiche halten die Menschen für besonders schutzbedürftig, und wo sollte es in erster Linie mehr um Bequemlichkeit gehen? Besonderen Schutz soll es danach für Finanzielle Anwendungen geben, ganz zuerst Banking-Apps. Deutlich weniger Schutz, aber dafür viel mehr Komfort benötigen hingegen E-Mail- und Social Media Apps.

Das ist eine sehr gefährliche Sichtweise. Denn das E-Mail-Konto ist mittlerweile von einem Kommunikationsmittel zu einer umfassende Authentifizierungs-Plattform mutiert. Sich irgendwo registrieren lassen? Das kann nur, wer eine E-Mail-Konto hat. Da wird der Bestätigungs-Link hingeschickt. Passwort vergessen? Die Rücksetzungs-Nachricht geht ans E-Mail-Konto.

Wenn Dritte unser E-Mail-Konto kontrollieren, dann kontrollieren sie unser digitales Ich.

Die Verkennung dieses Zusammenhangs bzw. der sehr blauäugige Umgang mit dem eigenen E-Mail-Konto sind besorgniserregend.

Alte Menschen sind vorsichtiger als junge

39% der 18-24-Jährigen verwenden komplexe Passworte aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. In der Altersgruppe 55+ sind es 49%.

Und umgekehrt sagen 42% der Jungen, dass sie das gleiche Passwort mehrfach verwenden, bei den „Alten“ sind es nur 31%.

Die Werte zwischen diesen Jung-Alt-Eckpunkten verlaufen kontinuierlich steigend bzw. fallend.

Ergebnis-Summary

Im Summary der Studie werden noch diese Punkte besonders herausgestellt:

  • Die Menschen sind insgesamt über die verschiedenen Authentifizierungs-Möglichkeiten recht gut informiert.
  • Sie sind sich der Bedeutung des Themas Sicherheit bewusst.
  • Manchen biometrischen Methoden der Authentifizierung stehen viele noch skeptisch gegenüber, aber die allgemeine Bereitschaft dafür ist vorhanden. Man möchte nur die Wahl haben und nicht eine Methode aufgezwungen bekommen.
  • Der Gedanke des Sicherheits-Risikos im Sinne einer Gefährdungs-Wahrscheinlichkeit („risk-based authentication“) stößt auf Akzeptanz. In der Tat ist es schon jetzt absurd, wenn einfach zwischen sicher und nicht sicher unterschieden wird. Schon jetzt gibt es nur eine kleine oder eine größere Chance, dass zum Beispiel ein Konto gehackt wird. Entsprechend dieser Chance könnte die Authentifizierungs-Methode angepasst bzw. ausgewählt werden.

Weitere Passwort-Beiträge

In der jüngeren Vergangenheit sind hierzu noch diese Beiträge von mir erschienen:

  • Teil drei einer Serie rund um das Thema Passwort. Geplant waren ursprünglich sieben Artikel, aber das wird wohl nicht reichen, acht oder neun sind möglich.
  • 8 Fakten zu Passworten, die helfen das Thema Passworte besser zu verstehen.

Facebook Neuerungen zum Jahresende

Facebook NeuerungenSteckbrief zur Beitrags-Serie

Thema der Serie:

  • Neuerungen und Updates von und zu Facebook.
  • Nur Informationen, die in Deutschland wichtig oder frisch aktiviert sind.

Zielgruppe: Ganz normale Mitglieder, keine Profi-Anwender.

Serien-Takt: Alle 5-12 Wochen ein neuer Beitrag. Wenn’s was zu berichten gibt.

Bisher erschienen:

  • „Facebook“ 3. Auflage, erschienen bei der Stiftung Warentest; siehe auch rechter Rand (Desktop-Browser) bzw. unten (mobile App) in diesem Blog. Das Buch ist ist nicht wirklich Teil der Serie. Aber der erste Beitrag setzte beim Redaktionsschluss des Buches auf.
  • Beitrag vom 5.12.2017 mit den Themen Marketplace, An diesem Tag, Entdecker Feed, Crisis Response, Änderungen für Gruppen-Admins, Suizid-Prevention, Design und Creator.

Neuerungen in diesem Beitrag

Jede Woche gibt es irgendwas Neues, mal von Facebook, mal über Facebook und mal von Dritten zu Facebook. Zum Jahresende sind wieder ein paar interessante Funktionen, Infos, Meinungen und Fakten zusammengekommen, hier erstmal die Übersicht:

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